Der Tod gehört zum Leben; dennoch stellt er die Betroffenen und ihr Umfeld nicht selten vor eine große und schmerzliche Herausforderung: Die Trauer will bewältigt werden und Verwandte, Freunde und Bekannte suchen nach tröstenden Worten. Letzteres zunächst für die Kondolenzkarte, die die Betroffenen noch vor der Beerdigung erreichen soll. Hier heißt es, Fingerspitzengefühl zeigen. Denn egal, ob man die verstorbene Person gut kannte oder ihr weniger nahstand, wichtig ist nun, den Hinterbliebenen das richtige Maß der Anteilnahme zu zeigen.
Dennoch, je entfernter man den verstorbenen Menschen kannte, desto leichter ist das Kondulieren. Denn hier lässt sich auf eine bereits bedruckte Beileidskarte zurückgreifen, die auf dem Deckblatt oder im Inneren schon einen tröstenden Spruch enthält, den man nur noch unterschreibt. Handelt es sich aber um eine verstorbene Person, über die man viel weiß, mit der einen vielleicht sogar gemeinsame Erlebnisse verbinden, darf man ruhig Bezug auf die Vergangenheit nehmen. Sätze wie "Er war ein guter Kollege" oder "Wir werden ihn sehr vermissen" sind hier durchaus angebracht. Hüten sollte man sich in beiden Fällen vor überschwänglichen Gefühlsausbrüchen wie etwa "Wir sind so traurig und können es gar nicht verstehen". Denn das reißt die engsten Betroffenen nur noch tiefer in die Traurigkeit. In einer Beileidsbekundung geht es nicht nur um Anteilnahme, sondern auch um Trostzuspruch, also einen Hauch von positiven, zukunftsorientierten Gefühlen. Damit ist nicht gemeint, das Innenleben einer Karte mit einem "Wird schon wieder" auszustatten. Aber Sätze wie "Wir wünschen Euch viel Kraft" oder "Wir sind für Euch da" geben den Hinterbliebenen das Gefühl, nicht völlig allein dazustehen.
Je nach Alter der verstorbenen Person sollte auch die Kondolenzkarte ausgewählt werden. Mit der schlichten Variante kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Üppiges Dekor auf dem Deckblatt wie zum Beispiel ein großes Kreuz betont das traurige Thema doppelt und wirkt oft kitschig oder überladen, doch natürlich ist auch das immer Geschmacksache. Ein schlichtes Design und ein anteilnehmender, gut überlegter Satz sagen mehr als tausend Worte.